Vor nunmehr vier Wochen stellte ich die Aufgabe, mit Stift und Papier spazieren zu gehen und dabei im Abstand von 50 Schritten kurze Pausen zum Zeichnen einzulegen.

Ich hatte mich wirklich auf diese Aufgabe gefreut. Aber als ich dann endlich losspazierte, war ich echt enttäuscht, wie kurz 50 Schritte sind. Ich war quasi überhaupt nicht vorwärts gekommen. Alles, was ich jetzt sah, hatte ich auch von meiner Haustür aus sehen können. Naja, musste ich eben etwas genauer hinschauen. Mich für die kleinen Dinge begeistern. Nur irgendwie fiel mir das an diesem Tag schwer.

Bei der Mülltonne, die ich als zweites zeichnete, gab ich mir noch einigermaßen Mühe. Ich versuchte auch, den Stift nicht allzu oft vom Papier zu heben. Bei der nächsten Station – einer winzig kleinen Blüte – ärgerte ich mich über mein schlechtes Augenmaß. Und den Strunk, den ich mir danach vornahm, verewigte ich nur noch in lieblosen Strichen. Es wurde auch nicht besser, als mich 200 Schritte weiter zwei Grundschülerinnen sehr skeptisch musterten, während ich vor dem Zaun ihrer Schule stand und ganz konzentriert ein Schild abzeichnete. Natürlich als wäre es das Normalste der Welt. Überhaupt kam ich mir während dieses Spaziergangs tatsächlich oft sehr beobachtet vor. Der zeichnende Mensch: eine merkwürdige Kreatur.

kreativität und Achtsamkeit

Naja, jedenfalls hätte ich unter anderen Umständen (extrem viel bessere Tagesform) einen zweiten Versuch gestartet. Aber dafür reichte an diesem Montag meine Geduld und Motivation nicht. Ich drehte irgendwann einfach um und war froh, es zu tun. Klingt alles ganz schlimm, ich weiß. Würde ich jetzt aber nicht überbewerten. Denn wäre ich an einem anderen Tag losgelaufen, hätte ich über dieselbe Aufgabe womöglich etwas sehr Pathetisches geschrieben.

Weil ich mir diese Art der schludrigen Aufgabenausführung dann aber doch nicht durchgehen lassen wollte, beschloss ich, das ganze Ding noch zu kolorieren. Mit Markern. Schnell und schmutzig. Da hatte ich Lust drauf. Und tatsächlich machte das ziemlichen Spaß. Puh.

Kreativität und Achtsamkeit

Die achtzehnte Aufgabe

Und nun geht es voller Tatendrang auf zur nächsten Aufgabe.

Material:
Papier und Stifte. Nach Lust auch Aquarell-, Acrylfarben oder ähnliches.

Aufgabe:
Finde interessante Formen oder Figuren in deinen Kritzeleien. (Quelle: Susan Schwake)

Hashtag:
#artup_woche18

Notiz:
Für diese Aufgabe braucht man nicht allzu viel Geduld. Das hoffe ich zumindest. 😉
Nimm dir ein Blatt Papier und kritzele einfach drauf los. Quer über das gesamte Blatt. So lange, stark, verrückt und viel bis du meinst, es reicht. Anschließend schaust du dir deine Kritzelei genauer an. In etwa so, als würdest du in den Wolken am Himmel nach Bedeutung suchen. Vielleicht erkennst du einen Elefanten oder ein kleines Segelboot.

Die Dinge, die du findest, müssen aber nichts Gegenständliches sein. Möglicherweise entdeckst du auch ein interessantes Muster in deinem Meer aus Strichen. Was immer du findest, umrande es und male es aus. Dazu kannst du Buntstifte, Filzstifte oder auch flüssige Farben verwenden – wonach dir gerade ist. Falls du tatsächlich rein gar nichts in deinem Gekritzel erkennen kannst, dann frage einen Freund. Er oder sie wird sicher etwas finden.

Am kommenden Donnerstag veröffentliche ich meine Kritzelei-Diamanten. Und dann gibt es die nächste Aufgabe. Bis dahin: Werdet kreativ! 🙂

Für alle, die neu hier sind und sich fragen, was es mit diesen mysteriösen Aufgaben auf sich hat, gibt es hier noch einmal alle wichtigen Infos. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal mit dabei seid!