Was machst du eigentlich den ganzen Tag?, fragt Frau Brüllen an jedem 5. des Monats. Voilà, das sind meine Realitätsfetzen von diesem stürmischen Donnerstag:

Dinge, die ich heute getan habe:
Einen Text geschrieben und anschließend ein Käsebrot geschmiert (um 2:45 – schlaflos, weil ich zu früh eingeschlafen bin (um 19:30 zusammen mit dem Kind)), um kurz vor sieben den Vorhang zum noch dunklen Tag geöffnet, dreimal den Song von Bob dem Baumeister vorgesungen, Waschmaschine angeschmissen, Milchflaschen ausgespült, ein weinendes Kind getröstet, angeknabberte Apfelstücken aufgegessen, mit Sohn auf dem Schoß einen Blogartikel veröffentlicht, mit meiner Mutter telefoniert, dem Kind dabei beim Spielen zugesehen, Müsli zubereitet, ein nassgespieltes Kind umgezogen, drei Bücher vorgelesen, kurz auf dem Sofa eingenickt, einen Einschlaf-Spaziergang mit Kind in der Trage gemacht, danach ganz doll angestrengt, die Schlafenszeit effektiv zu nutzen, Mails schreiben, googeln, eine Seite lesen, etwa 30 Minuten lang das Kind vom Plan „Rausgehen“ überzeugen, rausgehen, nach 20 Minuten beschließen, wieder reinzugehen, weil es einfach zu stürmisch ist, gefaucht wie ein Löwe, Kekse gebacken, Türme gebaut, Kekse gegessen, Abendessen aufgewärmt, allen Räumen Gute Nacht gesagt, vom Tag erzählt, wieder aufgestanden, gebloggt.

Dinge, die ich heute gedacht habe:
Wann werde ich endlich einschlafen? Ob ich noch ein Stück Schokolade esse? Wie könnte ich dieses komplexe Thema angehen? Wenn ich ganz viel Zeit hätte, würde ich das Buch von Adele Neuhauser lesen. Ist es noch Nacht? Was erledige ich nachher zuerst? Regnet es noch? Eine Stunde, der Rest ist Kür. Nein, ich räume jetzt nicht auf. Ob wir rausgehen sollten? Wir müssten eigentlich schon mal an die frische Luft. Das Licht ist schön. Ob J. zu Hause ist?

Dinge, die ich heute gesehen habe:
Einen Weihnachtselch, einen Jogurt-Mund, ein tanzendes Kind, eine volle Windel, Conni beim Frisör, einen zerbrochenen Dachziegel direkt vor unserer Haustür, Sand, ein Kind, das faucht wie ein Löwe, einen riesigen Mond, der hinter dem Dom aufgeht.

Dinge, die ich heute gehört habe:
Das Rauschen der Autos vor dem Fenster, die Kaffeemühle, das Vibrieren meines Telefons, das Wackeln des Windes an unserem Haus, ein Gespräch über ein vermutlich sehr tolles Buch, „Ich hasse mein Leben“, klassische Musik.

Wörter, die ich heute gesagt habe:
Tirrili. Warte kurz. Ich finde den Satz ‚Entspannte Eltern haben entspannte Kinder‘ dumm. Jetzt kannst du da drücken. Nein, die bleiben zu. Das war eine Scheiß-Idee, rauszugehen! … dann hab ich dir den Schlafanzug angezogen und jetzt liegen wir gemütlich im Bett.

Dinge, für die ich heute dankbar war:
Einen Vormittag ohne Zeitdruck, die Geduld meines Kindes, ein wunderschönes Foto, das mir eine Freundin von uns geschickt hat, die Sonne nach dem Regen, keinen direkten Kontakt mit einem Dachziegel gehabt zu haben, nicht beim Ins-Bett-bringen mit eingeschlafen zu sein.

Und was habt ihr heute so getrieben? 🙂