In der letzten Woche stellte ich die Aufgabe, ein Klebestreifenbild zu machen. Das war genauso entspannend und schön, wie ich es mir vorgestellt hatte. Eigentlich wollte ich mir in diesem Jahr bewusst die Abende für solche Art von Aktivitäten (zeichnen, malen, herumexperimentieren) frei halten. Das hat bisher noch überhaupt nicht geklappt, da der Sohn gerade eine Mamaphase hat und meistens Arbeit liegen blieb, die ich abends erledigen musste, wenn er schlief. Manchmal war ich auch einfach zu fertig vom Tag. Für diese Aufgabe brauchte ich aber gar keine Zeit für mich ganz allein, denn ich konnte sie ganz einfach mit ihm zusammen machen. Während ich Klebestreifen aufs Blatt klebte, malte der Sohn mit Fingerfarbe.

Mutter und Kind malen

Heraus kamen bei ihm vor allem sehr rote Hände und bei mir das:

Ich habe einfach drauf losgeklebt, ohne großartigen Plan. Dabei mochte ich die unterschiedlichen Zustände des Bildes sehr. Zuerst blieb das Blatt trotz Klebestreifen (mit roten Farbresten dran…) ziemlich farblos und ich musste mir vorstellen, wie es ungefähr aussehen wird. Dann verschwand alles unter einer dicken Farbschicht, wie ein Talent, das im Alltag verschütt geht. Und schließlich mein Lieblingsteil: Das Freilegen. Dieses Herumwischen gefiel mir sehr. Es brachte etwas zum Vorschein, das eigentlich schon da gewesen war, aber irgendwie auch nicht. Unsichtbar eben. Wie Geheimtinte, Elementarteilchen oder Gott.

Ich hätte gern noch einen Versuch mit einem eher gegenständlichen Motiv gestartet. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte der Sohn sein Werk schon vollbracht und musste erst einmal gründlich gereinigt werden. Vielleicht hole ich das bei unserer nächsten gemeinsamen Mal-Session nach. 🙂

 

Die einunddreizigste Aufgabe

Weiter geht´s mit der nächsten Aufgabe.

Material:
Stift, Papier und Kassenzettel.

Aufgabe:
Zeichne die Kassenzettel dieser Woche. (Quelle: Kate Bingaman-Burt)

Hashtag:
#artup_woche31

Notiz:
Diese Aufgabe ist ähnlich simpel wie die letzte, fast schon ein bisschen meditativ. Es kostet nicht viel Gehirnschmalz oder Überwindung, sie zu erledigen. Nur ein bisschen Ruhe braucht es. Diese Übung richtet die Aufmerksamkeit auf ein Detail, das wir im Alltag oft als wertlos erachten, schnell wegstecken und irgendwann entsorgen oder gar nicht erst aus dem Supermarkt mitnehmen. In den nächsten sieben Tagen befördern wir den Kassenzettel zum Lehrmeister der Woche. Er schenkt uns eine kleine Auszeit, lässt uns genau hinschauen, Neues entdecken und Geschehenes Revue passieren.

Die Künstlerin Kate Bingaman-Burt, von der diese Aufgabe inspiriert ist, fing ihre ganze Karriere mit einer solch scheinbar stupiden, kleinen Übung an. Die ganze Geschichte erzähle ich euch am kommenden Donnerstag. Dann veröffentliche ich auch meine handgezeichneten Kassenzettel und es gibt die nächste Aufgabe. Bis dahin: Werdet kreativ! 🙂

Für alle, die neu hier sind und sich fragen, was es mit diesen mysteriösen Aufgaben auf sich hat, gibt es hier noch einmal alle wichtigen Infos. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal mit dabei seid!