In der letzten Woche stellte ich die Aufgabe, mithilfe eines Würfels – der dir sagt, wie du malen sollst – ein Bild zu kreieren. Ich muss sagen, es hat genauso viel Spaß gemacht, wie ich mir das gewünscht hatte.

Meinen ersten Versuch startete ich ganz spontan als ich gerade bei meinen Eltern zu Besuch war. Mein Bruder saß am Küchentisch vor seinen Matheaufgaben und das Kind malte fröhlich, also machte ich mit. Mein Sujet saß mir direkt gegenüber: Ein von der Vektor-Rechnung völlig entnervter Abiturient. Seine Stimmung konnte ich bei dem vielen Mit-links- & Krickelkrakel-Malen leider nicht so gut einfangen. Ich finde er sieht eher aus wie eine Weinkönigin. (Natürlich hab ich das Bild dann bei der Abreise vergessen… mein Bruder war so nett, es mir digital zukommen zu lassen.)

Kreativität und Achtsamkeit

Zu Hause probierte ich dann noch ein anderes Motiv. Ein Still aus einem Film, den ich sehr mag: „Moonrise Kingdom“ von Wes Anderson. Weil man bei der schwarz-weiß Version noch weniger erkannt hat, habe ich es fix koloriert. Sie hält übrigens ein Fernglas.

Kreativität und Achtsamkeit

Was ich an dieser Aufgabe besonders schätze: Es sind Bilder entstanden, die es ohne dieses kleine Experiment nie gegeben hätte. Und die Angst vor dem weißen Blatt oder einem falschen Strich war praktisch nicht vorhanden. Denn mit einem Louvre-adäquaten Ergebnis hat man ohnehin nicht gerechnet.

Die sechsundzwanzigste Aufgabe

Kurz geschüttelt und ab zur nächsten Aufgabe.

Material:
Spiegel, Lippenstift oder ähnliches.

Aufgabe:
Male ein Spiegelbild.

Hashtag:
#artup_woche26

Notiz:
Stelle dir einen Timer auf zwei Minuten. Dann schau in den Spiegel und studiere dein Gesicht. Versuche, es ganz offen, ohne jegliche Bewertung zu betrachten. Zwei Minuten lang. Was siehst du? Welche Linien? Welche Farben und Formen? Wenn die Zeit abgelaufen ist, dann zeichne auf dem Spiegel die Linien deines Gesichtes nach, die du gerade am spannendsten findest. Dabei muss kein erkennbares Gesicht entstehen. Bleibe unvoreingenommen und lass dich vom Ergebnis überraschen. Du kannst dieses kleine Experiment beliebig oft wiederholen. Zum Beispiel mit verschiedenen Gesichtsausdrücken.

Bei dieser Aufgabe handelt es sich wieder um eine Wahrnehmungsübung. In den allermeisten Fällen schauen wir sehr kritisch in den Spiegel. Wir überprüfen, ob wir „gut genug“ aussehen, ob die Frisur und Hose richtig sitzen oder unsere Zahnzwischenräume frei von Spinatresten sind. Wenn wir uns schminken, entlarven wir erst die Unebenheiten unserer Erscheinung, um sie dann zu verdecken. Wohl eher selten suchen wir den Spiegel zu unserem Vergnügen auf – so wie mein kleiner Sohn das noch sehr gern macht.

Deswegen lädt die Übung dazu ein, sich dem eigenen Äußeren spielerisch zu nähern. Sich zwei Minuten lang ganz wohlwollend anzuschauen. Das eigene Gesicht zu erforschen – möglichst ohne an all die anderen zu denken, die angeblich schöner sind. Sind sie nicht. Wem das schwerfällt, der stellt sich einfach vor, er oder sie würde einen guten Freund oder eine gute Freundin anschauen… meist werden die kritischen Stimmen ganz automatisch sehr viel leiser.

Noch ein Tipp zum Stift: Lippenstift geht nicht so ganz ohne Schrubben wieder ab. Das habe ich gelernt, als das Kind mein einziges Exemplar auf den Spiegel auftrug. Deswegen (und weil ich seit dem keinen mehr besitze) werde ich die Buntstifte verwenden, die besagter Sohn in den aller meisten Fällen zum Malen benutzt. Die lassen sich super leicht wieder entfernen (Stabile Woody 3 in 1 (keine Werbung)). Dickflüssige Wasserfarbe müsste auch funktionieren.

Am kommenden Donnerstag veröffentliche ich meine Spiegelbilder. Und dann gibt es die nächste Aufgabe. Bis dahin: Werdet kreativ! 🙂

Für alle, die neu hier sind und sich fragen, was es mit diesen mysteriösen Aufgaben auf sich hat, gibt es hier noch einmal alle wichtigen Infos. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal mit dabei seid!

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