In der letzten Woche stellte ich die Aufgabe, 12 identische Formen völlig unterschiedlich zu gestalten. Es sollte eine leichte, angenehm zu erledigende, kleine Übung sein. Ganz so easy stellte sie sich für mich allerdings nicht heraus.

Vielleicht lag es daran, dass ich sie nach einem anstrengenden Tag machte, als ich eigentlich schon total müde war. Vielleicht liegen mir aber derartige Aufgaben auch einfach nicht. Jedenfalls stockte ich vor fast jedem Kasten erneut und wusste nicht, was ich zeichnen sollte. Irgendwie war ich blockiert. Was eigentlich nur wenige Minuten dauern sollte, zog sich bei mir unschön in die Länge. Letztendlich habe ich aber doch jedes Kästchen gefüllt:

Kreativität und Achtsamkeit

Anschließend wollte ich es noch einmal probieren. Dieses Mal mit einem Material, das ich sehr mag – Ölpastellkreide. Zu einer besseren Uhrzeit – früher Nachmittag. Und mit dem richtig guten Podcast „Magic Lessons“ auf den Ohren. Der sollte verhindern, dass ich zu viel nachdachte. Das hat geklappt. Heraus kamen 12 verschiedene Muster, diesmal also rein gar nichts Gegenständliches und das ist völlig okay. Denn ich hatte Spaß und kein einziges Mal dieses blöde Blockade-Gefühl. 🙂

Kreativität und Achtsamkeit

Die fünfzehnte Aufgabe

Hier entlang zur nächsten Aufgabe.

Material:
Papier und Stift.

Aufgabe:
Schreibe einen Brief an dich – einmal als deine Angst und einmal als deine Neugier. (Quelle: Elizabeth Gilbert)

Hashtag:
#artup_woche15

Notiz:
Ich gebe zu, diese Aufgabe klingt etwas verwirrend und leicht esoterisch. Aber ich verspreche mir einige Aha-Momente von ihr.

Sie stammt aus dem oben erwähnten Podcast „Magic Lessons“ (Se. 1, Ep. 9) der Schriftstellerin Elizabeth Gilbert. Diese beeindruckende Frau hat nicht nur „Eat Pray Love“ geschrieben (das mit Julia Roberts in der Hauptrolle verfilmt wurde) oder einen der schönsten TED-Talks gehalten, die ich kenne. Sie ist auch die Autorin eines wundervollen Buches über Kreativität: „Big Magic“. Auf ihm beruht der Podcast.
In „Magic Lessons“ spricht Elizabeth Gilbert mit Menschen, die auf Ihrem kreativen Weg stecken geblieben sind. Sie hilft Ihnen durch wohlformulierte Denkanstöße und ungewöhnliche Aufgaben weiter.

Eine dieser Aufgaben fand ich besonders spannend. Sie besteht darin, die eigene Angst zu personalisieren. DIE Angst, die sich sofort einschaltet, wenn wir irgendetwas Kreatives hervorbringen wollen. Etwas schaffen möchten, das es so noch nicht gibt. Etwas beginnen, dessen Ergebnis ungewiss ist. Dieses Etwas kann bei jedem von uns anders aussehen. Doch die Ängste, die sich dabei einstellen, sind sich meistens verdammt ähnlich. Denn Kreativität und Angst sind eng miteinander verbunden.

Du stellst dir diese Angst also als ein Tier oder eine Person vor – als etwas, mit dem du ins Gespräch kommen kannst. Damit sie greifbarer wird, nicht mehr ganz so diffus erscheint. Dasselbe machst du mit deiner Neugier.

Als nächstes verfasst du einen Brief aus der Sicht deiner Angst. Welche Gründe hat sie dafür, dass du dieses eine Projekt nicht angehen kannst? Wie sollst du dein Leben ihrer Meinung nach gestalten? Was sagt sie zu deinen Träumen? Was wünscht sie sich? Sie darf all ihre Bedenken und Sorgen äußern.
Anschließend schreibst du einen Brief aus der Perspektive deiner Neugier. Welches Leben wünschst sie sich für dich? Was braucht sie, damit es ihr gut geht? Was stört sie?

Der dritte Schritt besteht darin, beiden zu antworten. Und zwar als du selbst, allerdings in der Kundenservice-Variante: sehr höflich und vor allem RESPEKTVOLL. Das ist besonders wichtig. Denn ich bin an dieser Stelle ganz bei Elizabeth Gilbert, die  sinngemäß sagt: Je mehr wir unsere Angst bekämpfen, desto heftiger schlägt sie zurück. Doch je mehr Respekt, Freundlichkeit und auch Dankbarkeit wir ihr entgegen bringen, desto leiser wird sie.

Damit deine Angst dich nicht weiterhin lähmt und von deinen Träumen abhält, ist es also essentiell, dass du ihr respektvoll, aber deutlich deinen Standpunkt klarmachst. Und ihr erklärst, wie du in Zukunft weitermachen willst. Erzähle auch deiner Neugier, wie du dein Leben und kreatives Arbeiten künftig gestalten wirst. Am Ende dieser beiden Briefe formulierst du also einen Plan. Deinen Plan.

Ja, diese Aufgabe bringt einiges an Schreibarbeit mit sich. Aber die vier Briefe sind vor allem für dich selbst – die Gedanken darin wichtiger als Grammatik oder Wortmalerei. Und das Schriftbild ist sowieso egal. 😉 Außerdem sind die Stimmen, die darin zu Wort kommen, schon über Jahre in dir präsent. Manche bewusst, manche eher unbewusst. Aber du kennst sie und weißt, was sie zu sagen haben. Schreib es auf und ziehe deine Schlussfolgerungen daraus.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf meine eigenen. Wie ich das Briefeschreiben erlebt und was ich daraus gelernt habe, veröffentliche ich am kommenden Donnerstag. Und dann gibt es die nächste Aufgabe. Bis dahin: Werdet kreativ! 🙂

Für alle, die neu hier sind und sich fragen, was es mit diesen mysteriösen Aufgaben auf sich hat, gibt es hier noch einmal alle wichtigen Infos. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal mit dabei seid!

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