In der letzten Woche stellte ich die Aufgabe, für exakt 5€ einzukaufen. Alles war erlaubt, nur kein nützliches Zeug.

Mich selbst hat es spontan in eine Drogerie verschlagen. Eine gar nicht so blöde Idee, wie sich während des Einkaufs herausstellte. Denn die Preise endeten alle auf 5 Cent und ließen sich somit relativ leicht auf 5€ addieren. (Ansonsten hätte ich mich in unserem Supermarkt an der Obstwaage eingefunden, um die passenden Centbeträge abzuwiegen. 😉 )

Ich wollte diesen nicht ganz ernst zu nehmenden Einkauf nutzen, um mal wieder Farbe auf meine Fingernägel zu bringen. Das letzte Mal habe ich sie mir am 31.12.2015 lackiert. Damals war ich schwanger und habe mir anschließend eine halbe Stunde lang Sorgen gemacht, dass ich mit dieser Aktion dem Baby geschadet haben könnte (ein bisschen paranoid…).

Ich suchte mir also eine Farbe aus, die ich in meinem Leben noch nie besessen hatte. Und weil dieses goldgelb allein zu langweilig wäre, habe ich mir Sticker dazu gekauft – was ich ohne das Experiment im Kopf definitiv nicht gemacht hätte.

Kreativ im Alltag

Zugegeben, ich finde das Ergebnis leicht albern. Aber es hat echt Spaß gemacht und deswegen laufe ich noch immer so rum. 🙂

Kreativität im Alltag

Kreativ im Alltag

Außerdem habe ich mir die Biovariante eines Bounty gekauft – ich liebe diese Teile – und sie geschwisterschaftlich mit meinem Bruder geteilt. Die letzten 75 Cent investierte ich in Kaugummis, weil ich die schon die ganze Woche über vermisst hatte.

Zum Beweis hier der komplette Kassenzettel:

achtsam shoppen

Die zehnte Aufgabe

Stürzen wir uns in die nächste Aufgabe!

Material:
Nichts.

Aufgabe:
Beobachte in dieser Woche deine Gedankensprünge.

Hashtag:
#artup_woche10

Notiz:
Kennst du die Situation, dass du einen Gedanken laut äußerst und dich dein Gegenüber verdutzt fragt, wie du ausgerechnet jetzt darauf gekommen bist – denn eigentlich ward ihr bei einem ganz anderen Thema?

Das passiert mir ständig.
Oft verfolge ich meine Gedanken dann zurück und bin verblüfft, was für Haken sie schlagen.

Binnen Sekunden kann ich in die Vergangenheit reisen, einen Dialog aus meinem Leben mit einer Filmszene verknüpfen, danach in ein theoretisches Konstrukt abtauchen und mit einem Ohrwurm zurückkehren.

Es gibt eine Szene in Goethes „Faust“, in der Dr. Faust verschiedene Geister trifft und sie nach ihrer Schnelligkeit befragt. Einer von ihnen meint, er sei so schnell wie das Licht. Er wird jedoch getopt vom nächsten, der so schnell ist wie der Mensch in seinen Gedanken.

Ich habe mir sonst nicht viel aus dem Stück gemerkt, aber diese Idee fand ich faszinierend. Damals ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, mit welcher Geschwindigkeit sich die Bilder, Sätze und Zeiten in unserem Kopf ablösen.
Selbst wenn wir nicht immer sofort den einen Gedanken finden, den wir gerade suchen, bilden wir währenddessen zehn neue.

Viele von ihnen bleiben unsichtbar – für andere, aber auch für uns selbst. Weil sie kaum merklich entstehen und wieder verschwinden.

In so einer Gedankenkette kann sehr viel Schönheit liegen. Sie erzählt etwas über uns, unsere Persönlichkeit und das, was wir erlebt haben. Sie darf sprunghaft, unlogisch, fantastisch, brutal oder absurd sein – sofern wir es zulassen.

Versuche, in dieser Woche doch einmal deine Gedanken genau zu beobachten. Möglichst ohne sie zu bewerten. Welche Sprünge machst du? Wie viele von ihnen liegen zwischen einer lauten Äußerung und der nächsten? Kannst du sie steuern oder hüpfst du einfach mit?

Vielleicht kannst du eine ganze Gedankenkette einfangen. Wo führt sie dich hin? Wo entstehen unerwartete Verknüpfungen und damit Raum für Ideen?

Wenn sie dir nicht weglaufen soll, dann schreib sie auf. Denn die Dinger sind verdammt flüchtig. 😉

Am kommenden Donnerstag veröffentliche ich meine eingefangenen Gedankensprünge und es gibt die nächste Aufgabe. Bis dahin: Werdet kreativ! 🙂

Für alle, die neu hier sind und sich fragen, was es mit diesen mysteriösen Aufgaben auf sich hat, gibt es hier noch einmal alle wichtigen Infos. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal mit dabei seid!